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Expedition Hölloch

Das Hölloch

Das Hölloch befindet sich im Muotathal im Kanton Schwyz und ist die zweitgrösste erforschte Höhle in Europa (weltweit die viertgrösste). Bis 2014 wurden rund 200 km Höhlengänge entdeckt, man vermutet jedoch, dass die Höhle noch viel grösser ist und es werden immer wieder neue Seitengänge und Durchbrüche gefunden. Kein Wunder, ist das hier ein Traumland für Höhlenforscher, Geologen und andere Experten, die sich zum Beispiel mit Lebewesen befassen, die nur unter bestimmten Bedingungen überleben können. So findet man hier unter anderem auch seltene Krebsarten oder Würmer, die sich in der absoluten Dunkelheit und abgeschieden von der Aussenwelt wohl fühlen. Aber auch normalsterbliche Menschen haben Gelegenheit in diese faszinierende Welt einzutauchen. Natürlich nicht für hundert Jahre, aber wer etwas verrückt und sportlich fit ist, der kann auch mal einen ganzen Tag Höhlensystem verbringen. Dafür werden extra Gruppen-Touren angeboten, die von ausgebildeten Tourenleiter oder sogar von Höhlenforscher geleitet werden. Wer alleine in die Höhle möchte, der kommt gar nicht rein und wenn doch, ganz sicher nicht mehr raus!



Wie das Hölloch zu seinem Namen kam

Obwohl ein eine Sage in Zusammenhang mit einem Teufel und dem Hölloch gibt, hat der Name nichts mit der Höll zu tun. In Schweizer Mundart bedeutet "Hähl" rutschig und als Besucher wird man vom diplomierten Höhlenführer unterrichtet, dass es sich um "e hähls Loch" handelt. Die wahrscheinlichste Herkunft des Namens ist, dass Höll oder Hell ein sackartig abfallendes, schlecht zugängliches Geländestück (Tobel) bezeichnen. Somit bezeichnet Hölloch ein Loch oder eben eine Höhle, die sich in diesem Tobel befindet.



Meine Tour am 17. Januar 2015

Weil mich Höhlen schon immer faszinierten, habe ich mich spontan für eine eintägige Expeditionstour angemeldet. Im Jahre 1995 kaufte die Trekking Team AG die touristischen Nutzungsrechte am Hölloch und organisiert seither Führungen in der Höhle. Das Angebot reicht von "Schnupperführungen" (1 1/2 Stunde) bis zu Expeditionen mit zweimaligen Übernachtung in der Höhle. In der Höhle sind gut eingerichtete Biwaks vorhanden, wo man kochen und schlafen kann. Sogar WC (mit Sandspülung) wurden eingerichtet. Immerhin sind manchmal rund 40 Personen gleichzeitig unterwegs, das brauch dann schon eine gewisse Organisation.

Das Programm sieht folgendermassen aus:

  • Treffpunkt um 9:00 Uhr im Restaurant Hölloch, anschliessend gemeinsames Frühstück.
    Da es ziemlich schneit, muss ich halt das letze Stück zu Fuss zum Restaurant hinauf  wandern.
  • Ausrüstung fassen und umziehen
    Zur Ausrüstung gehören: Helm mit Stirnlampe, Gummistiefel und Handschuhe, Sehr zu empfehlen ist, auch noch ein Overal zu mieten, denn man wird ziemlich dreckig!
  • Kürzer Marsch zum Höhleneingang
    Zum Glück schneit es, sonst könnte die Tour wegen zuviel Wasser nicht durchgeführt werden.
  • 9- Stündige, abenteuerliche Expedition in einem der grössten Höhlensysteme der Welt.
    Dann bin ich mal gespannt, was da auf mich zukommt!

Und los gehts...!
Bis jetzt sieht ja alles noch nicht so spektakulär aus. Der Weg in der Höhle ist breit und gut mit bequemen Tritten ausgebaut. Sogar eine Beleuchtung hat es, aber die brauchen wir nicht, denn wir haben ja unsere Stirnlampen. Doch schon bald kommt das erste Hindernis auf uns zu und dann wird es endlich spannend. Vorbei an Wasser, über Brücken und senkrecht hoch an einer Leiter mit mehr als 100 Tritten. Manchmal geht es bergauf, dann wieder auf dem "Hosenfüdli" steil hinunter. Sehr eindrücklich ist auch der Wasserfall  in der Höhle, der fast 20 Meter hoch ist. Aber jetzt kommt noch die grösste Herausforderung auf uns zu. Weil wir so mutig sind, dürfen wir  noch die "Schlange" überwinden. Das geht  allerdings nur schleichend auf dem Bauch liegend, wie eine Schlange eben. Da war das "Bötli-Fahren"  über den kleinen See schon bequemer. Nach knapp zehn Stunden Action, Spannung und viel Dreck, sind wir jetzt doch alle froh, dass wir alles einigermassen heil überstanden haben und freuen uns auf ein feines Nachtessen und eine warme Dusche.

Dieser Tag werde ich bestimmt nie vergessen, denn es war meine erste Höhlentour dieser Art. Die Gruppe war super, der Führer cool und sehr angenehm. Auch nicht vergessen werde ich die blauen Flecken und der Muskelkater am Tag danach - aber ich würde es trotzdem wieder tun :-))