Schwierigkeitsbewertung

Schwierigkeitsbewertung von Kletterrouten

Kletterrouten werden nach Schwierigkeitsgraden bewertet. Je schwieriger eine Route zu begehen ist, desto höher ist der Schwierigkeitsgrad. Leider gibt es keinen allgemeinen Standard für die Bewertung einer Kletterroute, darum wird unter Kletterer häufig über dieses Thema diskutiert. In der Halle werden die Routen ähnlich bewertet, wie in den Klettergärten. Trotzdem sollte man am Fels eine Route wählen, die etwa ein Grad unter dem eigenen Limit liegt. Warum, erfährst du in der Rubrik "Klettern am Fels".

Felsklettern

Wann wurden der Schwierigkeitsgrad "erfunden"?

Im Jahre 1894 wurde in einem Österreichischen Kletterführen das erste Mal Kletterrouten mit einer 7- Stufigen Schwierigkeitsskala bewertet. 1913 schlug der deutsche Bergsteiger Hans Dülfer eine Bewertung mit 5 Stufen vor, die dann noch um eine Stufe ergänzt wurde. So galt für lange Zeit der Schwierigkeitsgrad 6+ als Grenze des Menschenmögliche im Felsklettern.
Ende der 70er Jahren wurde dann die UIAA-Skala entworfen, die laufend weiter ergänzt wurde. Heute liegt das höchste Grad beim Sportklettern etwa bei 12-. Wo die absolute menschliche Grenze liegt, wissen wir noch nicht.

Welche Bewertungen gibt es?

Wie so oft, konnte man sich leider auch hier immer noch nicht auf eine weltweite Standard einigen. In der Schweiz trifft man in den Hallen überall die Französische Skala an. Hier werden die Routen folgendermassen bewertet: 1a bis 5b = leicht, 5c bis 6b+ = mittelschwer, 6c bis 7a+ = schwer, ab 7b = sehr schwer. Am Fels hingegen werden die Routen in der Regel mit der UIAA-Skala bewertet. Diese Bewertung ist ähnlich, wie die Französische Skala (siehe Tabelle). Dann gibt es noch eine spezielle Bewertung für das Bouldern.

Neben den bereits erwähnten Französischen und UIAA-Skala, gibt es noch folgende Skalen für bestimmte Gebiete oder Länder:
USA (5.0, 5.3, 5.4, 5.6, 5.7, 5.8, 5,9, 5.10a, 5.10b, 5.10c, 5.10d, 5.11a usw.)
Elbsandstein (I, II, III, IV, V, VI, VIIa, VIIb, VIIc, VIIIa, VIIIb, VIIIc, IXa, IXB usw.)
AUS (10,11 ,12, 13, 14 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22 ,23, 24, 25, 26, 27, usw.)
Grossbritanien: (D, VD, S, HS, VS, HVS, E1, E2, E3, E4, E5, E6, E7, E8 usw.)
USA: (VB-, VB, V0-, V0, V0+, V1, V2, V3, V4, V5, V6, V7, V8, V9, V10 usw.)

Wie wird der Schwierigkeitsgrad bestimmt?

Wer eine Route am Fels oder am Eis das erste Mal begeht, darf dessen Schwierigkeit bestimmen. Wenn später andere Kletterer dieselbe Route begehen, kann diese auch später noch ab- oder aufgewertet werden. Vor allem bei schwierigen Routen wird oft darüber gestritten, ob die Bewertung auch wirklich gerechtfertigt ist.

Wieso braucht es Schwierigkeitsgrade?

Der Schwierigkeitsgrad einer Kletettrroute gibt dem Kletterer einen Anhaltpunkt, wie schwierig diese zu begehen ist. Wer bei einer 5c Route bereits am Limit ist, der wird vermutlich vorerst auf eine 7er Route verzichten. Beim klettern am Fels ist es wichtig, dass man die Schweirigkeit einer Route vor dem besteigen möglichst gut einschätzen kann. Ausserdem haben die Bewertungen auch einen moralischen Einfluss auf den Kletterer. Es ist doch immer wieder motivierend, wenn man endlich wieder einen höheren Schwierigkeitsgrad geschafft hat.
Gerechtigkeit ist unmöglich!?
Für ein Kletterer, der die für eine bestimmte Route notwendige Technik perfekt beherscht, wird diese mühelos klettern, während andere Begeher vielleicht diese für zu schwierig betrachten. Da ja jeder Mensch seinen eigenen Kletterstil hat, wird es wohl nie eine standardisierte (für alle gerechte) Schwierigkeitsbewertung für Kletterrouten geben. Und das ist ja auch gut so, denn über was sollen wir Kletterer sonst noch diskutieren?

Vergleich: verschiedene Bewertungen

Ihre Werbung hier

Auf kletterspass.ch hat es auch noch Platz für Ihre Werbung.
Bei Interesse benutzen Sie bitte das Formular unter "Kontakt".

Impressum | Kontakt | Datenschutz